Man möchte meinen, wir hätten aus der Geschichte gelernt. Doch wer heute durch die Timelines von Social Media scrollt oder die Nachrichten verfolgt, merkt schnell: Das „Nie wieder“ ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine tägliche Aufgabe. Antisemitismus ist kein Relikt der Vergangenheit – er ist ein aktuelles Gift, das unsere Gesellschaft schleichend zersetzt.
Thank you for reading this post, don't forget to subscribe!Mehr als nur ein Vorurteil
Antisemitismus ist chamäleonartig. Er passt sich an. Mal kommt er als plumpe rechte Hetze daher, mal versteckt er sich hinter verschwörungstheoretischen Erzählungen über „die Eliten“, und mal tarnt er sich als einseitige, hasserfüllte Kritik am Staat Israel.
Das Gefährliche daran? Er bietet einfache Antworten auf komplexe Probleme. Wer einen Sündenbock hat, muss nicht mehr nachdenken. Doch dieser Mechanismus gefährdet am Ende uns alle, denn wo Hass gegen eine Gruppe akzeptiert wird, ist die Freiheit aller in Gefahr.
5 Dinge, die DU heute gegen Antisemitismus tun kannst
Wir sind nicht machtlos. Zivilcourage beginnt im Kleinen – genau dort, wo du dich bewegst.
- Den „Elephant in the Room“ ansprechen Ob in der Family-Gruppe bei WhatsApp oder beim Bier mit Freunden: Wenn jemand einen „Witz“ macht, der auf jüdischen Klischees basiert, sag etwas. Ein einfaches „Ich finde das weder lustig noch okay“ reicht oft schon aus, um die Dynamik zu brechen.
- Fakten-Check statt Share-Button Bevor du eine reißerische Grafik oder ein Video teilst, das „die wahren Hintermänner“ einer Krise entlarven will: Kurz innehalten. Nutze Seiten wie Mimikama oder den Faktenfinder, um Quellen zu prüfen. Antisemitismus lebt von der schnellen, ungeprüften Weitergabe.
- Hate Speech konsequent melden Plattformen wie Instagram, TikTok oder X reagieren oft erst bei einer kritischen Masse an Meldungen. Nutze die Melde-Funktion. Es dauert 30 Sekunden, entzieht dem Hass aber die Reichweite.
- Informiere dich über jüdisches Leben heute Antisemitismus gedeiht dort, wo Unwissenheit herrscht. Judentum ist eine lebendige, vielfältige Kultur und Religion, kein abstraktes Geschichtsthema. Podcasts, Museen oder lokale jüdische Gemeinden bieten tolle Einblicke.
- Solidarität zeigen (auch wenn es unbequem ist) Trage deine Werte nach außen. Wenn jüdische Einrichtungen geschützt werden müssen oder Menschen auf der Straße angefeindet werden, ist Wegschauen keine Option. Unterstützung zeigt den Betroffenen: Ihr seid nicht allein.
Fazit: Haltung ist eine Entscheidung
Antisemitismus verschwindet nicht von selbst. Er verschwindet nur, wenn die schweigende Mehrheit aufhört, zu schweigen. Demokratie ist kein Zuschauersport – wir müssen sie aktiv verteidigen. Jeden Tag.

